[Projekt Mixtape 2013 | April | Frühlingsgefühle]

Montag, 29. April 2013

Eigentlich wollte ich dieses Thema schon für den März auswählen, da es im März ja oft schon losgeht mit dem Frühling, aber irgendwie hatte ich im Gefühl, dass er uns noch eine Weile zappeln lassen würde. So passte es für den April mehr als perfekt. Am Anfang des Monats war es nämlich noch mehr als bitterkalt! Doch das änderte sich dann zum Glück bald schlagartig und ENDLICH!
Als ich am ersten frühlingshaften Tag das Haus verließ, um meine Einkäufe zu erledigen, überraschten mich sehr warme Temperaturen. Ich war natürlich viel zu dick angezogen, denn gedanklich steckte ich noch bei knappen +3°C fest. Wenn es also danach ginge, würde ich den Song "Hätt ich dich heut erwartet, hätt ich Kuchen da" auswählen müssen, da der Frühling so unerwartet, wie das Krümelmonster vor der Tür stand. Aber eigentlich bekomme ich eher Hunger bei dem Song, als dass er bei mir Frühlingsgefühle erweckte.
Als ich also so überrascht und schwitzend mir meiner Einkaufsliste zum Lidl wanderte, schnappte ich mir automatisch meinen iPod für ein bisschen Musik. Ohne groß nachzudenken und ohne dieses Projekt im Hinterkopf, wählte ich (beflügelt von den Temperaturen) absolut Automatisch ein Album aus: Ocean Eyes von Owl City.
Aber warum ausgerechnet dieses Album? Als es veröffentlicht wurde, habe ich es schon rauf und runter gehört, aber das hat jetzt nichts mit dem Frühling zu tun. Doch letztes Jahr um diese Zeit: Ich steckte gerade mitten in meiner Diplomarbeit, als es plötzlich draußen wärmer wurde, die Sonne sich mal wieder etwas häufiger zeigte und ich endlich mal weg von meinem Schreibtisch kam und mich mit meinen Büchern und meinem Laptop auf die Terrasse in's Freie verzog. Da ich beim Lernen immer gerne etwas musikalische Untermalung habe, entschied ich mich da spontan für dieses Album, weiß Gott, wieso (Vielleicht, weil ich tief in mir wusste, dass das einfach wie Arsch auf Eimer passt). Wenn ich jetzt diesem Album lausche, dann ist sofort wieder dieses Frühlingsgefühl da, mit allem drum und dran: Frische Luft statt trockene Heizungsluft, Sonnenschein statt grauer Nebel, die ersten Schmetterlinge, Blumen, Knospen und zukünftige Blätter an den Bäumen, .... Deswegen darf es in keinem Frühling mehr fehlen.
Und da ich mich jetzt letztendlich doch auf einen einzigen Song festlegen will, wähle ich stellvertretend für das ganze Album als Song zum Thema Frühlingsgefühle:



PS: Eigentlich würde ich jetzt darauf hinweisen, dass ihr quasi nur noch heute Zeit habt, weil ich morgen den Mix erstellen will, aber da mein Terminkalender für morgen mehr als gut gefüllt ist, warne ich schon mal vor, dass der Mix mit großer Wahrscheinlichkeit wieder ein paar Tage (hoffentlich nicht so viele wie beim letzten Mal) Verspätung haben wird. Also, solange der Mix noch nicht online ist, habt ihr noch die Möglichkeit, mir euren Song der Frühlingsgefühle zu präsentieren.

[Don't dream it - be it!?]

Dienstag, 23. April 2013

Seit über 10 Jahren bin ich ein großer Fan der Rocky Horror Show. Damals, als ich das Musical zum ersten mal live auf einer Bühne sah, hat es mich gepackt. Ich weiß nicht, ob es an der Musik, der Geschichte, den Kostümen - oder daran lag, dass man mit Wasserspritzpistolen bewaffnet in die Vorstellung ging und Toast und Reis um sich werfen durfte. Vermutlich das Gesamtpaket. Aber eins hat mich ganz besonders gepackt: die Zeile "Don't dream it - be it!". Jahrelang schrieb ich diesen Satz überall hin. In Freundschaftsbücher unter "Lebensmotto" zum Beispiel. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, wir hatten diese auch als Teenager noch, immerhin gab es sowas wie Soziale Netzwerke nicht, da musste man irgendwie anders an die "Likes" des Schwarms kommen. Und wenn man Glück hatte, klebte er sogar ein Foto ein. Dann konnte man sich das heimliche Knipsen mit dem ersten, eigenen Fotoapperat auf Klassenfahrten sparen. Und ebenso die Enttäuschung beim Abholen der entwickelten Fotos, wenn man feststellte, dass man dreimal seinen Hinterkopf und einmal seine rechte Schulter erwischt hatte und der Rest nur verschwommenes irgendwas war. Oha, ich schweife ab. Wo waren wir? Wo ich den Spruch überall hinkritzelte. Naja, irgendwann kamen dann MySpace, studiVZ, Facebook und wie sie nicht alle heißen. Auch wenn zwischen den analogen und den digitalen Freundschaftsbüchern mehrere Jahre lagen, änderte sich mein Motto nicht - "Don't dream it - be it!" fand sich auch in den sozialen Netzwerken irgendwo auf meiner Seite wieder.
Aber habe ich wirklich immer nach diesem Spruch gelebt, bisher? Und glaube ich überhaupt an den Spruch? Lasst mich mal überlegen, was träume ich denn so, was ich lieber leben sollte? Von meinen Träumen nachts, da fang ich lieber gar nicht erst an, die will ich weiß Gott nicht leben. Letzte Nacht träumte ich zum Beispiel (Achtung, man könnte denken, ich würde zu viele schlechte von RTL produzierte Actionserien gucken), dass ich in einem Flugzeug saß, welches bei der Landung Probleme hatte (Fahrwerk kam nicht raus, das Übliche, kennt man ja) und an einer Klippe stoppte. Zur Hälfte auf sicherem Boden, die andere Hälfte hing in der Luft. Ich saß natürlich in letzterer und musste, wie alle anderen Passagiere in dem Bereich, ganz fix versuchen, zur Boden-Seite zu kommen, damit wir dort auf der sicheren Seite ein Übergewicht erzeugten, um uns vor dem kompletten Absturz zu schützen. Erst dann durften wir das Flugzeug verlassen. Was ein Stress, das sag ich euch. Wie lautete mein Thema noch mal, "Don't dream it - be it?", richtig? Aber will man sowas wirklich (er)leben? Nein, danke! 
Ich bin mir sicher, dass das Motto nicht irgendwelche skurrilen Horror-Szenarien meint, mit denen man nachts -was auch immer- verarbeitet (An alle Traumdeuter unter euch, erspart mir bitte die Analyse des o.g. Traumes). Aber was ist denn mit den Tagträumen? Meistens tagträume ich, wenn ich in der Bahn sitze und/oder Musik höre. Was ich so träume, das würdet ihr jetzt sicher gerne wissen (Achtung, jetzt wird's richtig realistisch!). Der Tagtraum, in dem ich Heath Ledger heirate und von ihm süße kleine Kinder mit niedlichen Lockenköpfchen bekomme, der hat sich leider vor einigen Jahren von selbst ausgeträumt. Und dass ich mal Mäuschen im Oval Office beim amerikanischen Präsidenten Obama spielen kann, um zu gucken, was der den lieben langen Tag so macht und ob es einen "roten Knopf" gibt, na ich denke, dafür muss ich mich in eine sehr lange Schlange von seinen Fans, Gegnern, anderen Politikern und eiskalten Terroristen stellen. 
Aber einen Traum habe ich, wenn ich gerade mal wieder meine Playlist voller Singer/Songwriter-Lieder höre: In meinen tiefsten Tagträumen stehe ich auf einer Bühne und singe. Und ich singe GUT! Außerdem kann ich auch noch voll gut komponieren und meine eigenen Texte schreiben. In den Texten geht es dann um bescheuerte Ex-Lover, denen ich einen besonderen (naja, eigentlich eher kindischen und peinlichen) "in you face"-Moment biete, wenn ich mit meinem Smash-Hit die Grammys eröffne und der ganze Welt mitteile, dass er und ich never, ever, ever wieder zusammen kommen, Taylor Swift-Style. Und im besten Fall kassiere ich dann in den folgenden Stunden noch 3 Grammys, obendrauf. Hey, "Don't dream it - be it!", sag ich da nur, oder? Wenn ihr mich jetzt auslacht, weil meine Tagträume total bescheuert und kindisch sind, dann: EY! Wenn ihr aber lacht, weil ihr mich kennt und wisst, dass meine Stimme ungefähr maximal für Karaoke reicht (und auch nur dann, wenn ich einen Spice Girls Song mit 4 weiteren Mädels vorsinge und unbemerkt Playback machen kann), und meine Songwriter-Qualitäten gerade mal gut genug für die Instrumentalversionen sind, dann lacht weiter, denn ihr habt ja so Recht. 

Ich liebe ja den Gedanken, dass man jeden Traum, der einem so im Kopf herum spukt, leben kann, wenn man es nur wirklich richtig doll will. Aber ein solches Motto allein genügt nicht. Man sollte sich dazu noch eine Portion Realität gönnen. Sonst endet man beispielsweise wie ein bestimmter Menderes. Da bleibe ich lieber eine normale Diplom Pädagogin, die für das ein oder andere Kind ein Star ist (ihr erinnert eucht?).

So, ich geh dann jetzt mal kleinere Brötchen backen und ihr so? Was sind eure Träume? Rockstar? Oscar-Preisträger? Germany's Next Klappergestell? Raus damit, erzählt mir, was ihr gerne machen würdet, wenn man euch die nötige Portion Talent geben würde.

PS: "Weee are never ever ever getting back togehter" - Ich entschuldige mich bei jedem, der jetzt einen Ohrwurm hat...ich werde meinen seit dem Dänemark-Urlaub nicht mehr los.