[Backstreet's never been gone, duh!]

Sonntag, 10. August 2014

[via]

Es ist Samstagabend und ich habe kein Date, keinen Plan und eigentlich auch keine Lust auf Action. Was macht man dann? Na klar, man schaltet den Fernseher ein und freut sich ein Loch ins Knie, als man feststellt, dass auf VOX eine vierstündige Sendung namens "Das Phänomen Boygroup" läuft. Ja, das ist mein Ernst und diese Aussage beinhaltet ausnahmsweise mal keine Ironie. Ich weiß nicht so recht, ob ich den folgenden Satz mit Stolz oder als Rechtfertigung schreibe, aber: Ja, ich gehöre zur Generation Boygroup (Kann also nichts dafür, aber das macht auch nichts!). So, da die Katze nun aus dem Sack ist, kann ich gern auch noch etwas konkreter werden. "Meine" Boygroup war (der aufmerksame Leser wird es bereits wissen, denn hier und da habe ich die Jungs schon erwähnt) selbstverständlich die Band Backstreet Boys! Um ehrlich zu sein, sie sind es noch immer, auch wenn sich die Zeiten etwas geändert haben. Natürlich hängen an meinen Zimmerwänden keine 20 Gruppenposter und 7 Einzelposter von Nick Carter in Lebensgröße mehr und die BRAVO kaufe ich mich auch nicht mehr, um immer auf dem neusten Stand zu sein und die neuen Artikel in meiner zum Platzen vollgestopfte BSB-Mappe zu heften. Aber wenn ich heute, im Jahre 2014, mit dem Auto meiner Eltern durch die Gegend cruise und mal wieder verpeilt habe, den Sender von NDR 1 ("Der Hausfrauensender") auf was Cooleres umzuschalten, und dann plötzlich "Quit Playing Games with my Heart" aus den Lautsprechern schallt, dann werde ich von einer Sekunde zur nächsten zu meinem kreischenden, präadoleszenten Ich (Keine Angst, meine Fahrkünste gleichen weiterhin einer Dame, die alt genug ist, einen Führerschein zu besitzen!). Manchmal passiert es auch, dass ich durch den Marktkauf meines Vertrauens in meiner Heimatstadt schlendere, um die Einkäufe für den Samstagabend zu erledigen und ich plötzlich durch die Schnapsabteilung tänzel, weil das Supermarktradio "Everybody (Backsteet's Back)" spielt. Schämen muss man sich dafür heute zum Glück nicht mehr. Auf jeder 90er Party werden die Lieder der Backstreet Boys von Männlein und Weiblein gleichermaßen gefeiert.
Mein erstes Kontert der fünf Jungs aus Florida besuchte ich zusammen mit meiner besten Freundin Nina und ihrer Mutter Anfang 1999, als sie auf ihrer "Into the Millennium"-Tour waren. Unsere Mütter warteten damals geduldig in der endlos langen Schlange vor der Vorverkaufstelle und besorgen uns die Karten, während wir brav die Schulbank drückten. Großes Drama war, als das Konzert, was ursprünglich im Herbst 1998 stattfinden sollte, plötzlich verschoben wurde. Monate waren damals im Alter von 12/13 Jahren das, was Jahre jetzt für mich sind. Es flossen Tränen! Aber irgendwann war der Tag da, an dem wir uns auf den Weg nach Münster machten und zum ersten Mal unserer großen Liebe Nick Carter näher als je zuvor sein würden. Nein, wir standen nicht vorn, sondern relativ weit hinten. Aber da sich die runde Bühne in der Mitte befand, konnten wir trotzdem recht gut sehen (außerdem hatten wir kleine Ferngläser dabei, kein Scherz!!). Es war natürlich ein unvergessliches Erlebnis. Aber ich hasse bis heute die fünf Mädchen, die damals bei "The Perfect Fan" zusammen mit ihren Müttern auf die Bühne geholt wurden. Ein Traum, einmal einem der Backstreet Boys die Hand geben. Damals schien dieser Traum so unrealistisch und weit weg, dass ich mir vermutlich vor Lachen in die Hose gemacht hätte, wenn man mir gesagt hätte, dass ich irgendwann mal der ganzen Band (naja fast, Kevin Richardson ausgenommen) gegenüberstehen würde und jedem die Hand schütteln würde!
Nick
Nina & ich
2008
Fast 10 Jahre hat es gedauert, bis ich im Mai 2008 wieder ein Konzert der Backstreet Boys besuchen würde. Dieses Mal ohne Erziehungsberechtigte und ohne Kevin Richardson, dafür aber mit meinen besten Freundinnen und in Oberhausen statt Münster. Dank meiner Kontakte zur Plattenfirma kam ich an zwei Karten für die Soundcheck-Party vor dem Konzert. Es gab schweineteure, stark limitierte Tickets dafür zu kaufen. Meine beste Freundin Nina und ich durften mit diesen Karten bereits Stunden vor dem Konzert in die Halle und sahen zusammen mit den wohlhabenden Fans, die sich diese Tickets leisten konnten, eine Art inszenierten Soundcheck der Backstreet Boys. Die Jungs spielten ein paar Lieder blödelten herum, beantworteten zwischendurch Fragen aus dem Publikum und anschließend  durfte man allen Bandmitgliedern die Hand schütteln, "Hallo" sagen und es wurden Gruppenfotos gemacht (Bei Nick habe ich all meinen Mut zusammen genommen und sogar ein kleines Gespräch mit ihm geführt :D ). Ein absolutes Highligh. Dass ich seit 2008 meine rechte Hand nicht mehr gewaschen habe, dürfte euch sicherlich klar sein.


Dieses Jahr, fast 6 Jahre später, haben meine Freundinnen und ich unser letztes Kleingeld zusammengekratzt und es wieder getan. Als eine Art inoffiziellen Junggesellinnenabscheid machten wir uns auf den Weg in die O2-World Hamburg und genossen das über 2-stündige Konzert (dieses Mal war Kevin auch wieder dabei) voller Highlights. Obwohl wir (nach unserem Zeitplan) sehr spät dran waren, schafften wir es sehr weit nach vorne und hatten eine fantastische Sicht auf die Jungs. Aber braucht schon irgendwelche Stripper der Reeperbahn, wenn man die Backstreet Boys in beinahe greifbarer Nähe haben kann (naja...öhöm... die Stripper gab es an dem Abend dann auch noch, aber das eine andere Geschichte :D )!! 

"You do realize that there's a couple of rules that we have? ONE is, we want you to go crazy, okay? TWO, we want you to act like you're 15 years old again, okay?"
- Nick Carter



Die Backstreet Boys - Eine Band, mit der ich meine erste Teenie-Star-Liebe erleben durfte. Eine Band, die mich mit "I want it that way" durch meinen ersten echten Liebeskummer begleitete. Eine Band, bei der ich heute noch weiche Knie und Herzrasen bekomme. Eine Band, die mich jederzeit wieder wie  12-15 Jahre jung macht (und gleichzeitig eine Band, die mich alt fühlen lässt, wenn ich Sätze wie "Backstreet Boys? Ja kenn ich, meine Mama war früher Fan von denen" auf der Arbeit von den Schülern höre) und somit eine Band die für mich all das Botox dieser Welt unnötig macht.
Um es mit den Worten meiner Freundinnen zu sagen: BSB 4eva!!! 

So und jetzt Feuer frei für euer "Ih Anja, wie kannst du nur!" ;)

[Dieser Murphy und dem sein Gesetz]

Mittwoch, 4. Juni 2014


(Solltet ihr gerade essen....äh ja....besser später lesen! Ich weiß nicht, wie hart euer Magen ist)
Lange habe ich nichts mehr zu erzählen gehabt. Man könnte meinen, das Leben meinte es in letzter Zeit recht gut mit mir. Ist so und deswegen kommt es, wie es kommen muss: nämlich all das Unheil dieser Welt auf einen Schlag. Okay, selbstverständlich habe ich maßlos übertrieben, aber dennoch hätte mein Tag in der Tat schöner verlaufen können.
Angefangen hat alles mit der Tatsache, dass heute Mittwoch ist. Mittwochs habe ich nämlich immer Frühdienst. Das bedeutet, dass mein Wecker um 4 Uhr morgens nachts klingelt (sowas gehört verboten!), weil ich um 6 Uhr zur Frühbetreuung von 10-15 Kindern meiner Schule erwartet werde. Schön, dass es Menschen gibt, die nichts besseres zu tun haben, als morgens um 5 Uhr zu erkennen, dass das Leben doof ist und man sich ja mal vor einen Zug werfen könnte. Zack - Zugverkehr absolut lahmgelegt, nichts ging mehr. Es dauerte dann zum Glück nicht all zu lange, bis der Schienenersatzverkehr eingerichtet war und ich endlich auf dem Weg zu den vermutlich bereits höchst ungeduldig wartenden Müttern mit ihren abzugebenden Kindern war.
Nachdem sich der anfängliche Stress bei mir gelegt hatte, war alles wieder gut. Bisschen Murmelbahnen bauen, bisschen Verrücktes Labyrinth spielen. Ja, für sowas werde ich bezahlt. Die Betreuung findet nicht in der Schule, sondern in einer externen Einrichtung statt, also muss ich rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn mit den Kleinen in der Schule ankommen. Kurz vorher musste da aber noch ein kleiner Mann eben auf die Toilette. Kein Problem. Nachdem er sein Geschäft erledigt hatte, ging ich noch schnell runter zu den Toiletten, um zu gucken, dass er alles ordentlich hinterlassen und das Licht ausgeknipst hatte. Licht? Fehlanzeige! Ordentlich? Oberfehlanzeige! Der Junge hatte die Toilette (nicht absichtlich!) mit Papierhandtüchern verstopft, weil das Toilettenpapier wohl gerade im Urlaub auf den Bahamas war.
Und wer durfte die Suppe auslöffeln (bzw. in einen 10l Putzeimer aufnehmen), nachdem sie die Kinder sicher und heil zur Schule gebracht hatte? Meine Wenigkeit. Und zwar ohne Handschuhe, denn die waren zusammen mit dem Toilettenpapier zu den Bahamas abgedüst (hatte es alternativ mit Mülltüten versucht....ähnlicher Fail, wie Papierhandtücher statt Toilettenpapier)
Nachdem ich meine geliebten Hurricane-Bändchen unfreiwillig in "Pieschi und Kaka" gebadet hatte, konnte ich nicht anders, wir mussten uns trennen. Es war natürlich unglaublich schmerzhaft und ich fühle mich noch immer unglaublich nackt (Erkenntnis des Tages: FKK ist dann wohl nichts für mich!). Wer mich kennt, weiß, dass es mehr als bloß Festivalbändchen waren. Und um es mal mit einer Gilmore Girls Referenz auszudrücken: Wir alten Fans wissen alle, was passiere, kurz nachdem Rory ihr Armband von Dean verloren hatte...OH OH! :D

Der Rest des Tages verlief dann so, wie so ein typischer Murphy-Tag abläuft. Ihr kennt das ja. Oder? Erzählt doch mal...